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Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement

Geschichte

Geschichte des Instituts seit 1815

 

1815

Beginn der Vorlesungen am Polytechnischen Institut Wien (so der Name der Technischen Universität Wien bei ihrer Gründung). Der von Direktor J. Prechtl verfaßte Organisationsplan sah 8 Fächer vor:

- Mathematik

- Physik

- Allgemeine Chemie

- Spezielle Chemie

- Mechanik und Maschinenlehre

- Technologie, Praktische Geometrie

- Land- und Wasserbaukunst.

1818

übernimmt J.v. Kudriaffsky, Direktor des Niederösterreichischen Brücken- und Wasserbauamtes die Leitung der Lehrkanzel für Land- und Wasserbaukunst, die damals das gesamte Bauwesen (Bauingenieurwesen und Architektur) umfaßte. Kurdiaffsky ist einer der Begründer der Wiener Schule des Brückenbaues und hat verschiedene Brücken im Raum Wien über Donauarme gebaut.

1836

wird J. Stummer zum Professor für Land- und Wasserbaukunst ernannt. während bisher das Fach nur im dritten und letzten Studienjahr (im Wintersemester "Zivilbau", im Sommersemester "Wasserbau" - neben Zeichenübungen täglich ein einstündiges Kolleg) gelehrt wurde, hat 1842 der Lehrstoff einen solchen Umfang angenommen, daß es zur Teilung des Stoffes in "Landbaukunde" und "Wasser- und Straßenbaukunde", nunmehr vorgetragen in 2 Studienjahren, kommt. Stummer wurde neben seiner Lehrtätigkeit mit Entwurf und Bauleitung großer Bauwerke (Wohn- und Industriebauten, Verwaltungsgebäuden, Eisenbahnhochbauten usw.) betraut.

1862

Stummer veranlaßt infolge der Ausdehnung der Lehrtätigkeit die Teilung seiner Lehrkanzel in "Landbaukunde" (entsprechend Hochbau - Besetzung mit M. Wappler) und "Wasser- und Straßenbaukunde".

1865

Neuorganisation des Polytechnischen Institutes Wien:

- Allgemeine Abteilung,

- Chemisch-technische Schule,

- Maschinenbauschule

- Bauschule (später Architektur)

- Ingenieurschule (später Bauingenieurwesen)

1867

Die bisher einzige Lehrkanzel für Bauingenieurwesen wird nach dem Ausscheiden von Stummer in folgende Fachgebiete aufgeteilt:

- Baumechanik und Theorie des Brückenbaues

- Straßen-, Eisenbahnbau und konstruktiver Brückenbau

- Wasserbau (Besetzung mit Ministerialingenieur Bayer)

1872

Umbenennung des Polytechnischen Institutes in Technische Hochschule Wien

1882

Straßenbau und Wasserbau werden vereinigt und J.G. schön wird als Professor berufen. Er hat sich vor allem durch sein Konzept für den hydrographischen Dienst in Österreich verdient gemacht. Um 1900 werden die Fachgebiete Wasser und Straßenbau endgültig getrennt.

1909

R. Halter übernimmt die Lehrkanzel für Wasserbau. Er war bei der österreichischen Donauregulierungskommission angestellt und hat sich hauptsächlich mit Fluß- und Hafenbau sowie mit dem Hochwasserschutz befaßt.

1918

Aufteilung des Wasserbaues in die Lehrkanzeln:

- Wasserbau I - Hydrologie (F. Schaffernak)

- Wasserbau II - Grundbau, Meliorationswesen, Wasserstraßen- und Hafenbau sowie Stau- und Wasserkraftanlagen (R. Halter).

Schaffernak gebührt der große Verdienst, die Hydrologie in wissenschaftlicher Weise ausgebaut und zur Grundlage des Wasserbaues gestaltet zu haben durch sein Buch "Hydrographie" erlangte er Weltruf.

1929

Mit dem Ausscheiden von Halter werden die Wasserbaufächer neu aufgeteilt:

- Wasserbau I - Wasserwirtschaft, Flußbau und Wasserkraftanlagen (F. Schaffernak)

- Wasserbau II - Grundbau und Bodenmechanik (K.v. Terzaghi)

- Wasserbau III - Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Landwirtschaftlicher Wasserbau (zunächst Dozentur, vertreten durch W. Voit)

Terzaghi gilt als Begründer der Bodenmechanik und hat dem Erdbaulaboratorium der TH Wien internationale Anerkennung geschafft.

Voit war Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Wien und hielt seit 1910 Vorlesungen über städtischen Tiefbau sowie über Enzyklopädie der Ingenieurwissenschaften für Studenten der Architektur und des Vermessungswesens. Ab 1929 waren seine Vorlesungen über Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Landwirtschaftlichen Wasserbau verpflichtend für alle Hörer des Bauingenieurwesens.

1935

J. Kozeny übernimmt als Nachfolger von Voit die Lehrverpflichtungen für Wasserbau III.

1940

Umwandlung der Dozentur Wasserbau III zur Lehrkanzel Wasserbau III - Verkehrswasserbau, Siedlungswasserwirtschaft und Landwirtschaftlicher Wasserbau. Zozeny hat sich mit großem Erfolg bemüht, die Kluft zwischen der theoretischen Hydrodynamik und der praktischen Hydraulik zu überbrücken. Besonders durch sein Buch "Hydraulik - ihre Grundlagen und praktische Anwendung" erlangte Kozeny internationalen Ruf. Wegen des Schwerpunktes der Hydraulik wird 1949 der Name "Institut für Hydraulik, Verkehrswasserbau, Siedlungswasserwirtschaft und Landwirtschaftlichen Wasserbau" geändert.

1951

R. Pönninger habilitiert sich für das Fachgebiet "Abwasserreinigung und Abwasserverwertung". Pönninger hat 1938 in Beuthnen grundlegende Versuche über hochbelastete Tropfkörper durchgeführt und darüber promoviert.

1959

W. Kresser wird zum Vorstand der Lehrkanzel Hydraulik, Gewässerkunde, Landwirtschaftlicher Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft berufen. Vor seiner Ernennung war Kresser Leiter des Hydrographischen Zentralbüros in Wien und befaßt sich wissenschaftlich vorwiegend mit Fragen der Hydrologie.

1964

Wird auf Vorschlag von Kresser die Lehrkanzel und das Institut für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Vorstand W.v.d. Emde) geschaffen und übernimmt vom Institut Kresser die Aufgaben der Siedlungswasserwirtschaft.

1969

Auf Veranlassung von Kresser wird die Lehrkanzel und das Institut für Gewässerregulierung und Landwirtschaftlichen Wasserbau (Vorstand W. Kemmerling) gegründet und bekommt vom Institut Kresser den Landwirtschaftlichen Wasserbau zugeteilt. Wenig später erfolgt die Umbenennung in Institut für Gewässerregulierung, Landwirtschaftlicher Wasserbau und Abfallwirtschaft, um zur Lösung dringender Probleme der Abfallbehandlung in Österreich beizutragen.

1975

Im Rahmen des Universitätsorganisationsgesetzes wird die Technische Hochschule Wien in Technische Universität Wien umbenannt.

1980

Aufgrund des Universitätsorganisationsgesetzes werden das Institut für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz und das Institut für Gewässerregulierung, Landwirtschaftlicher Wasserbau und Abfallwirtschaft in einem Institut für Wassergüte und Landschaftswasserbau zusammengefaßt.

1991

Umbenennung in Institut für Wassergüte und Abfallwirtschaft.

Das Institut gliederte sich in folgende Abteilungen:

- Wassergütewirtschaft (seit 1987 Helmut Kroiß)

- Biologie und Chemie des Wassers (Norbert Matsché)

- Landschaftswasserbau (ab 1993 dem Institut für Konstruktiven Wasserbau zugeordnet; Hubert Honsowitz)

- Abfallwirtschaft und Stoffhaushalt (Paul. H. Brunner)

von 1999-2009 war die Abteilung Bauinformatik (Helmut Krzizek) eingegliedert

2003

Auf Veranlassung von Paul H. Brunner wird die kombinierte Stiftungs- und Vorziehprofessur Ressourcenmanagement ins Leben gerufen (Helmut Rechberger).

2005

Umbenennung in Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft.

 

 

Das Institut gliedert sich in folgende Forschungsbereiche:

- Wassergütewirtschaft (Helmut Kroiß, seit 2013 Jörg Krampe)

- Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement (Paul. H. Brunner bis 2015 und Helmut Rechberger)