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Wassergütewirtschaft

Linpor-HD

Hauptstrom-Deammonifikation mit Linpor®-Aufwuchsträgern als IFAS-Verfahren

Laufzeit:
01.2019 - 12.2021

Förderung:
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, STRABAG AG

Ansprechperson:
Jörg Krampe (Emailjkrampe(at)iwag.tuwien.ac.at)

MitarbeiterInnen:
V.Parravicini

Partner:
STRABAG AG (Link)

 

Kurzbeschreibung

Anammox-Bakterien setzen Ammonium und Nitrit ohne die Anwesenheit von Sauerstoff zu elementarem Stickstoff um. Bei diesem Prozess wird kein organischer Kohlenstoff verbraucht. Die Unabhängigkeit von der Kohlenstoffverfügbarkeit macht das Verfahren der Hauptstrom-Deammonifikation daher für Technologien interessant, die eine gezielte CSB-Entfrachtung (bspw. über Mikrosiebe) zur erhöhten Eigenenergieproduktion (Faulgas) anstreben.

Das Ziel des Projektes ist es ein Verfahren zu erproben, bei dem der Rückhalt der langsam wachsenden Anammox-Bakterien über den Einsatz von Aufwuchsmaterial in der biologischen Stufe von Kläranlagen erfolgt.

Zu diesem Zweck wird das Konzept der Hauptstrom-Deammonifikation als IFAS (integrated fixed film activated sludge) Verfahren untersucht. Im Rahmen der Versuche wird das Belebungsbecken der Versuchskläranlage des Institutes für Wassergüte und Ressourcenmanagement (TU Wien) mit LINPOR®-Trägermaterial (STRABAG AG) befüllt. Ziel ist es, durch den Einsatz des Trägermaterials ein ausreichend hohes Schlammalter für die Anreicherung der Anammox-Bakterien zu gewährleisten. Die dreidimensionale Struktur der Schaumstoffwürfel begünstigt die Ausbildung von räumlichen Substrat- und Sauerstoffgradienten (siehe Abbildung). In dieser Hinsicht kann sich die Würfelstruktur für den Einsatz als Trägermaterial für die gleichzeitige Anreicherung der Anammox-Organismen und Ammonium oxidierenden Bakterien als besser geeignet erweisen als bisher verwendete zweidimensionale Aufwuchsträger. Ein weiterer Vorteil, ergibt sich dadurch, dass das Wachstum der Anammox-Bakterien auf dem Trägermaterial (Biofilm) vom Schlammalter der suspendierten Biomasse entkoppelt und somit der Betrieb mit einem insgesamt niedrigeren Schlammalter möglich wird. Diese Strategie bietet die Möglichkeit der Konstruktion kleinerer Abwasserreinigungsanlagen und zusätzliches Einsparungspotential hinsichtlich der Investitionskosten.